Mara Hanse (Abitur 2025), ehemalige Schülerin des Carl-Zeiss-Gymnasiums und erfolgreiche Teilnehmerin am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“, durfte kürzlich am International Swiss Talent Forum (ISTF) in der Schweiz teilnehmen. Bereits in Hamburg überzeugte sie gemeinsam mit ihrem Team mit einem preisgekrönten Forschungsprojekt im Bereich Biologie und Biotechnologie (🔗 https://cz-gymnasium.jena.de/2025/06/01/anika-linnea-und-mara-beherrschen-die-kunst-des-fragens-perfekt-sonderpreis-und-5-bundespreis-beim-bundesfinale-von-jugend-forscht/). Nun setzte sie ihren Weg im internationalen Austausch fort und arbeitete mit jungen Talenten aus aller Welt an Lösungen für globale Herausforderungen. In ihrem persönlichen Bericht schildert Mara eindrucksvoll ihre Erlebnisse – von intensiver Teamarbeit über inspirierende Vorträge bis hin zu bereichernden Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Kulturen.
„Nach einer länger als erwartenden Anreise mit der Deutschen Bahn bin ich am 17.01.2026 in Muntelier in der Schweiz angekommen. Da ich aufgrund der Verspätung der Züge nur kaum Zeit hatte, ins Hotel einzuchecken, ging es gleich weiter mit „Kennenlernspielen“. Dabei konnten wir heraus finden, dass der Teilnehmer aus der Stadt mit den Einwohnern aus Neu-Delhi ist und ein Teilnehmer aus der Ukraine eine Anreisezeit von über 40 Stunden hatte. Daraufhin haben wir unsere Teams kennengelernt mit denen wir an den Challenges später arbeiten werden. Nach dem Abendbrot ging es für mich und einige andere Teilnehmende noch eine Runde um den Murtensee spazieren. Dabei, war es super cool, sich mit Leuten, die ähnliche Interessen wie man selbst haben, aber aus ganz unterschiedlichen Kulturen kommen, unterhalten zu können. Dadurch konnte man ganz neue Perspektiven auf verschiedenste Aspekte des Lebens lernen, was ich sehr faszinierend fand.

Am nächsten Tag ging es früh los mit der „Opening Ceremony“, bei welcher die Challenger ihre Challenges erläuterten (s. https://sjf.ch/challenges/ ). Ernst Bromeis, ein Extremschwimmer und Aktivist für den Schutz von Wasser, hielt einen interessanten Vortrag über seine Expeditionen. Meine Challenge war die Challenge 4, welche sich damit beschäftigte, wie neue Technologien für sauberes Wasser weltweit zugänglich gemacht werden können. Dabei sollten wir uns überlegen, wie das Patentsystem für Wasser-Innovationen so gestaltet werden könnte, dass sowohl Innovation gefördert als auch der Zugang zu Wasser verbessert wird.
Zurück in den Gruppen, begann „Cycle 1: Briefing & Analysis“. Das Ziel des Tages war somit, eine konkrete Problemstellung zu entwickeln, welche wir später lösen wollen. Auch einen Stakeholder sollten wir charakterisieren, auf den das Problem zugeschnitten ist. Nach sehr vielen Ups and Downs und noch mehr Kaffeepausen war es dann irgendwann 18 Uhr und die Laune war im Keller, da wir noch keine wirklich zielführende Idee für unser Problem hatten. Meistens kamen die Lösungsvorschläge nämlich schneller als die Ideen für ein mögliches Problem. Der „Schweizer Abend“ kam uns dann sehr gelegen, denn eine Jodelgruppe aus dem Ort sang einige Lieder und es gab Glühwein. Zum Essen gab es dann die typisch schweizerischen Rösti mit Spiegelei, woran sich wieder ein Spaziergang an den Murtensee anschloss.


Der nächste Tag stand unter dem Motto: Lösung zum Problem finden. Für uns stand aber an, erst einmal das Problem zu definieren. Nachdem wir als „Stakeholder“ zwischenzeitig die UN und die Regierung Indiens hatten, sind wir nach vielen klugen und weniger klugen Ideen an ein Ziel gekommen. So war nun unsere Idee eine App zu entwickeln, bei der jegliche Art von Menschen, die ein bisschen Geld übrig haben, ihr Geld anlegen können und so lokale Organisationen in Krisengebieten zu unterstützen. Mit diesem Geld können die Organisationen dann bestehende Patente in die Realität umsetzen und so an den Problemen der Wasserversorgung arbeiten. Dadurch kann in diesen Gebieten möglicherweise eine rentable Landwirtschaft entstehen, durch welche möglicherweise wieder ein wenig Geld zurück zu den Investoren fließen kann. So sollte unsere App ein Zwischenweg zwischen klassischem Investieren am freien Markt und normalem Spenden.
Nachdem wir am Donnerstagabend Problem und Lösung gefunden hatten, stand der „freie Abend“ an. Ich bin gemeinsam mit anderen Menschen nach Murten spaziert, wo wir dann in einem klassisch Schweizer Lokal gegessen haben. Unglaublich toll sich beim Essen über eigene Erfahrungen in der „Wissenschaft“ mit Menschen aus der ganzen Welt unterhalten zu können. So hat mir z.B: eine Brasilianerin ihr physikalisches Projekt erklärt, durch welches sie zum ISTF gekommen ist. Am späteren Abend haben wir noch eine Bar besucht und uns mit einer „Eingeborenen“ unterhalten die uns tatsächlich, wie im Film, auch über das Leben im Ort und Vorurteile über Deutschland erzählt hat.


Am nächsten Morgen musste ich wieder früh aufstehen, um am „World Café“ teilzunehmen. Dort gab es verschieden Tische mit verschiedenen Fragen zu wasserbezogenen Themen. Das fand ich auch nochmal besonders cool, da man sich so auch über philosophische oder ethische Frage (z.B: hat Wasser eine Seele?) mit jungen Menschen aus verschiedenen Kulturen austauschen konnte. Das war besonders bereichernd für mich, da ich so über ganz neue Aspekte nachgedacht habe, auf die ich so vorher gar nicht gekommen wäre.
Danach war das Tagesziel eine Präsentation für das Final Event am Samstag zu entwickeln. Währenddessen durfte ich noch an einer „Master Class“ teilnehmen, da ich später auf der Bühne tatsächlich auch präsentieren sollte, wobei ich verschiedene Präsentationstechniken gezeigt bekommen habe. Gearbeitet und gearbeitet und doch waren wir zu perfektionistisch, um zum Abendbrot fertig zu sein. Daher haben wir eine halbe Nachtschicht einlegen müssen (die aber sehr viel Spaß gemacht hat). Erstaunlich fand ich auch, dass man auch in einer fremden Sprache mit anderen Menschen (die auch in einer nicht-Muttersprache sprechen) Witze machen kann und Insider entwickelt. Da der Tag noch nicht anstrengend genug war und wir am nächsten Tag auch natürlich früh aufstehen mussten, haben wir uns um halb 2 in der Nacht noch dazu entschieden im Murten-See eisbaden zu gehen. Nach 4 Grad Wassertemperatur war mir dann schön kalt und es ging ab ins Bett.

Nachdem ich mich am Samstag früh aus dem Bett gequält habe, musste ich noch den Koffer wieder einpacken, bevor wir beim Frühstück die Woche reflektiert haben. Danach begann das Final Event bei der alle Gruppen ihre Ideen vor einem echten Publikum und dem Livestream gepitcht haben. Natürlich waren wir sehr aufgeregt, da wir auch die einzige Gruppe waren, die eine Live-Performance geplant hatten und nicht nur einen kreativen Pitch mit Powerpoint :).

Und schwups war die wahrscheinlich aufregendste Woche meines Lebens auch schon vorbei. Die Möglichkeit, am ISTF teilzunehmen, war unfassbar bereichernd und ich habe super viel für mein weiteres Leben mitnehmen können. Die verschiedenen Perspektiven und Sichtweisen der anderen jungen Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen, ist extrem beeindruckend gewesen. Und ich habe so nun neue Freunde einmal rund herum um den Globus. “
📸 &📝 Mara Hanse
Mara steht beispielhaft für die Neugier und das Engagement, das viele Schüler*innen unseres Gymnasiums auszeichnet. Wir freuen uns, dass sie ihre Erfahrungen mit uns teilt – vielleicht als Inspiration für alle, die selbst mit Begeisterung neue Wege gehen möchten.