Auch in diesem Jahr bot die Vortragsreihe Science am Zeiss der Begabungsförderung MINT Ostthüringen spannende Einblicke in aktuelle Forschung – diesmal mit gleich zwei Veranstaltungen rund um die Antarktis. Rund 50 Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen konnten wir am Carl-Zeiss-Gymnasium begrüßen. 👥
Den Auftakt machte Jozef Müller, Seismologe an der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät in Jena. In seinem Vortrag „Überwintern im ewigen Eis“ berichtete er eindrucksvoll von seinen 14 Monaten auf der Forschungsstation Neumayer III. 🧊 Während in den Sommermonaten etwa 60 Forschende vor Ort arbeiten, besteht das Überwinterungsteam – die sogenannten ÜWIs – aus nur neun Personen. Müller war für die geophysikalische Überwachung der Messstationen verantwortlich und schilderte anschaulich die besonderen Herausforderungen der Forschung im antarktischen Schelfeis.

Neben wissenschaftlichen Aspekten gewährte er auch persönliche Einblicke in das Leben auf der Station: vom gemeinsamen Alltag in extremer Isolation über Freizeitaktivitäten wie Billard oder Filmabende bis hin zu besonderen Momenten wie Polarlichtern am Himmel. 🌌 Sogar eine eigens aus der Antarktis geschickte Postkarte brachte er mit – ein kleines, aber eindrucksvolles Zeugnis seines Aufenthalts. ✉️

Beim zweiten Vortrag wechselte die Perspektive: Osama Mustafa vom ThINK Jena (Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz) nahm das Publikum mit hinaus aufs Meer. ⛵ Unter dem Titel „Mit dem Segelboot in die Antarktis“ berichtete er von einer außergewöhnlichen Expedition mit dem Segelschiff Malizia Explorer, begleitet vom bekannten Profisegler Boris Herrmann.
Ziel der Reise waren die abgelegenen Danger Islands – eine Inselgruppe, die zu den schwer zugänglichen Regionen der Antarktis zählt. 🌍 Extreme Wetterbedingungen, Eis und große Distanzen machen jede Annäherung zu einer Herausforderung. Gleichzeitig sind die Inseln wissenschaftlich äußerst bedeutsam, da sie große Kolonien von Adeliepinguinen beherbergen. 🐧 Diese Tiere gelten als wichtige Indikatoren für Veränderungen im antarktischen Ökosystem.

Ein zentraler Bestandteil der Expedition war die Zählung der Pinguinkolonien mithilfe von Drohnen. 🚁 Die Auswertung der dabei gewonnenen Bilddaten erfolgt aktuell mit KI-gestützter Analyse – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie moderne Technologie die Forschung in extremen Regionen unterstützt. Mustafa zeigte, wie viel Planung, Ausdauer und auch Risikobereitschaft notwendig sind, um solche Projekte umzusetzen.
Beide Vorträge machten deutlich, wie vielfältig Antarktisforschung sein kann – von der stationären Langzeitbeobachtung bis hin zur abenteuerlichen Expedition. Gleichzeitig wurde spürbar, wie eng wissenschaftliche Erkenntnisse mit globalen Fragestellungen wie dem Klimawandel verknüpft sind. 🌡️
Wir bedanken uns herzlich bei den Referenten für die spannenden Einblicke und freuen uns auf weitere Veranstaltungen im Rahmen von Science am Zeiss. 🙌
📸 N. Planer & S. Weiß [Begabungsförderung MINT Ostthüringen]