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🌍🔬 Auf dem Weg nach Sofia – Julius im deutschen Nationalteam 🧪🏅

Vom Bundesfinale direkt ins deutsche Nationalteam: Julius Reuken [10C] hat sich bei der 23. Internationalen JuniorScienceOlympiade gegen starke Konkurrenz durchgesetzt und darf Deutschland Anfang Dezember beim internationalen Wettbewerb in Sofia vertreten. Wie er die Finalwoche in Oldenburg erlebt hat, welche Herausforderungen ihn in den Klausuren erwarteten und warum neben Biologie, Chemie und Physik auch der Kletterwald in Erinnerung geblieben ist, erzählt er in seinem persönlichen Bericht selbst.

💬 Bericht Julius Reuken
Vom 14. bis 18. September durfte ich am Bundesfinale der 23. Internationalen Junior Science Olympiade (IJSO) in Oldenburg teilnehmen. Nachdem ich mich zuvor aus rund 3.800 Teilnehmenden für das Bundesfinale qualifiziert hatte, war ich gespannt auf die Woche und darauf, die anderen Finalisten kennenzulernen.

Schon die Anreise nach Oldenburg war etwas Besonderes. Ich hatte mich vorher mit den Teilnehmern aus Dresden verabredet, gemeinsam mit dem Zug nach Oldenburg zu fahren. Zufälligerweise waren auch die Teilnehmer aus Leipzig im selben Zug, sodass wir schon auf der Fahrt die Gelegenheit hatten, uns kennenzulernen und uns auf die kommende Woche einzustimmen (indem wir größtenteils für Chemie und Biologie gelernt haben).

Insgesamt waren wir 39 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren. Der Schwerpunkt der Woche lag natürlich auf den Klausuren. Wir mussten zwei theoretische Klausuren mit jeweils 75 Minuten Bearbeitungszeit und eine 150-minütige Experimentalklausur in Dreierteams schreiben. Die theoretischen Klausuren umfassten die Bereiche Biologie, Chemie und Physik.

Auf den Physikteil war ich besonders gespannt, weil ich mir nicht vorstellen konnte was drankommen würde. Schlussendlich hatte ich aber mit deutlich schwierigeren Physikaufgaben gerechnet und war deshalb während der Klausur überrascht, dass ich mit den Aufgaben ziemlich gut zurechtkam. Nach der Klausur hatte ich ein gutes Gefühl, bis ich hörte, dass sich nur eine andere Person richtig an die Physikaufgaben gewagt hatte, und war gespannt, wie das Ergebnis ausfallen würde.

Bei der späteren Klausurbesprechung wurde erwähnt, dass die Physiktheorie insgesamt konzeptionell zu schwer gewesen war und deshalb ihren Zweck, das Teilnehmerfeld zu differenzieren, nicht vollständig erfüllt habe. Mir wurde dabei von einem Betreuer auch persönlich gesagt, dass ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden in der Physiktheorie keinen Punkt erreicht hatte, was das anfangs gute Gefühl noch einmal zunichtemachte.

Die Experimentalklausur war noch einmal etwas ganz anderes. Sie dauerte 150 Minuten und wurde in Dreierteams durchgeführt. Dort mussten wir nicht nur unser naturwissenschaftliches Wissen einsetzen, sondern auch sauber und genau experimentieren und uns im Team gut absprechen. Wir haben dabei wie viele andere Experimentalteams auch, jedem Teilnehmer einen Fachbereich zugeordnet. Ich durfte dabei das Physikexperiment durchführen und auswerten, wobei es darum ging, die Dichte und die Viskosität einer Zuckerlösung in Abhängigkeit von der Zuckerkonzentration zu untersuchen. Am Abend zuvor hatte ich sogar vorhergesagt, dass wir ein Experiment zur Viskosität machen würden. In Chemie musste man Zitronenlimonade zunächst titrieren, anschließend erhitzen und danach erneut titrieren. In Biologie ging es um Hefegärung in verschiedenen Lösungen sowie das Mikroskopieren von Hefe, was zeitlich ziemlich knapp bemessen war, weil wir von den 150 Minuten 120 Minuten lang in Biologie experimentieren mussten.

Neben den Klausuren gab es aber auch genug Zeit, um die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Wir hatten beispielsweise Spieleabende und waren gemeinsam im Kletterwald. Besonders der Kletterwald war eine gute Abwechslung zu den Klausuren. Am Nachmittag vor der Siegerehrung wurden dann die Klausuren ausgewertet, wobei in Biologie und Chemie tatsächlich ausgewertet wurde, während wir in Physik nur trauernd dasaßen. Dadurch wurde die Spannung natürlich noch größer, weil wir langsam wissen wollten, wie wir abgeschnitten hatten.

Am nächsten Tag war schließlich die Siegerehrung. Ich war ziemlich gespannt, welches Ergebnis am Ende herauskommen würde. Aber zuerst – wie bei jedem Wettbewerb – kamen natürlich die Reden von verschiedensten Personen. Zwischendurch gab es immer mal wieder musikalische Aufführungen, wobei wir sogar von den Bundessiegern in „Jugend Musiziert“ etwas vorgespielt bekommen haben. Schlussendlich gab es vor der eigentlichen Ehrung einen sehr spannenden Vortrag über die Orientierung von Zugvögeln, welchen ich persönlich sehr interessant fand. Nun war es aber so weit. Es wurden zuerst die Plätze 39 bis 11 in zufälliger Reihenfolge in Vierergruppen nach vorne gerufen. Spätestens bei der vorletzten Gruppe stieg die Anspannung bei allen, deren Name noch nicht gefallen war, denn damit war klar: Wer jetzt noch übrig blieb, hatte sich mindestens eine Goldmedaille gesichert. Anschließend wurden die Plätze 10 bis 7 einzeln bekannt gegeben. Als schließlich Platz sieben feststand, war damit auch entschieden, wer zum deutschen Nationalteam gehört.

Jetzt freue ich mich besonders auf den internationalen Wettbewerb Anfang Dezember in Sofia. Dort werde ich gemeinsam mit Bhuvan Chalamala, Rishi Kumar, Devang Nellooli, Lukas Zhang und Valentin Kusch als deutsches Nationalteam gegen rund 300 Jugendliche aus etwa 50 Ländern antreten. Bis dahin steht noch ein wöchentliches Trainingsprogramm an, auf das ich mich schon sehr freue, sowie ein dreitägiges Vorbereitungsseminar in Kiel am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) selbst. 
📸 & 📝: Julius Reuken

Wir gratulieren Julius ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg und zur Qualifikation für das deutsche Nationalteam! Für die Vorbereitung und natürlich für den internationalen Wettbewerb Anfang Dezember in Sofia wünschen wir spannende Erfahrungen und eine richtig gute Zeit. Wir drücken die Daumen!