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🚀 Zwischen Quanten und Sternen – Finalrunde der IPhO-Auswahl! ✨

Über das ganze Jahr hinweg fand das mehrstufige Auswahlverfahren zur IPhO 2026 statt. Sein Höhepunkt war in den Osterferien die Finalrunde in Garching bei München. Unter den 15 Teilnehmenden waren auch Vladislav Maiorov (11) und Leo Dobel (12). Nachfolgend berichtet Vladislav über seine Eindrücke und Erlebnisse:

Um mögliche Probleme mit der Deutschen Bahn zu vermeiden, nahmen wir vorsichtshalber einen früheren Zug. Dadurch kamen wir fast gleichzeitig mit den Organisatoren am Institut für Quantenoptik an und mussten noch etwa zwei Stunden in einer leeren Halle warten, bis die ersten Teilnehmenden eintrafen. Auffällig war dabei, dass die Schülerinnen und Schüler aus Bayern mit Abstand am spätesten ankamen.

Als wir im „All-Inclusive-Vier-Sterne-alles-aus-Gold-Hotel“ ankamen, wurde uns schnell klar, dass sich die Teilnahme unabhängig von den Ergebnissen schon jetzt gelohnt hatte. Viel Zeit, den Luxus zu genießen, blieb allerdings nicht, denn bald war Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen ging es zum Frühstück, wobei Vladislav zunächst eine kleine „Experimentalklausur“ meistern musste: Mit der Schlüsselkarte musste erst das Licht eingeschaltet, dann die Tür geöffnet und schließlich der Fahrstuhl aktiviert werden.

Vor den eigentlichen Experimenten standen zunächst theoretische Überlegungen auf dem Programm. In der fünfstündigen Theorieklausur ging es unter anderem um aktuelle Themen wie Atomenergie oder einen an der Ostseeküste gestrandeten Wal.

Die Klausuraufsicht hat mehr als genug Zeit gehabt, um kreativ zu werden.

Für die Finalisten gab es jedoch nie genug Physik. Nach dem Mittagessen besuchten wir das Schülerlabor des MPQ, wo wir in 35 verschiedenen Versuchen Quantenoptik erleben konnten. Nachdem wir einige der mit „sehr schwer“ markierten Experimente erfolgreich gelöst hatten, fühlten wir uns fast bereit für den Doktortitel. Eine anschließende Führung durch die Labore zeigte uns allerdings schnell, wie weit wir davon noch entfernt waren.

Der Ausdruck für die Energie des Wasserstoffatoms ist etwas komplizierter als wir gedacht haben…
Die meisten Experimente im Schülerlabor schafft man nicht allein © IPhO – IPN

Am zweiten Tag verlief der Weg zum Frühstück deutlich entspannter, sodass wir mehr Zeit hatten, das Buffet zu genießen. Die Begeisterung über die kulinarischen Entdeckungen war im ganzen Raum zu hören: „Schaut mal, hier gibt es Weißwürste!“ oder „Leute, die haben sogar Wabenhonig!“.

Wegen dieser Verlockungen kamen viele etwas verspätet zum Klausurraum. Auch wenn die Experimente noch nicht vorbereitet waren und wir ohnehin nicht hineindurften, sorgte das beim Wettbewerbsleiter nicht gerade für Begeisterung. Noch weniger begeistert waren wir wenige Minuten später selbst, als wir die erste Experimentalklausur sahen.

In den drei Stunden sollte eine Gitarrensaite von allen Seiten untersucht werden. Während alle gleichzeitig verschiedene Frequenzen maßen, verwandelte sich der kleine Raum schnell in eine Konzerthalle – nicht gerade ideal für die Konzentration. Zusätzlich musste die Temperaturbeständigkeit der Saite untersucht werden, was bedeutete, alle 20 Sekunden das Multimeter umzustecken, während die Saite erhitzt wurde und weiterhin Musik im Raum erklang.

Die Datenauswertung erfordert Leos maximale Konzentration © IPhO – IPN

Am Nachmittag wurde es erneut spannend: Diesmal „verließen“ wir Deutschland – zumindest theoretisch. Bei einer Führung durch das ESO-Hauptquartier erfuhren wir, wie präzise moderne Teleskope arbeiten und warum bereits ein Fehler von zwei Nanometern bei einem Spiegel von zehn Metern Durchmesser zu groß sein kann.

Auch nach dem Abendessen ging es weiter – diesmal mit einem Vortrag über Quantencomputing und Quanteninternet. Obwohl der Vortrag allgemeinverständlich geplant war, wollten die motivierten Physiker immer tiefer in die Materie eintauchen. Am Ende führte das zu einer langen Diskussion über die Antisymmetrie von scheinbar symmetrischen Quantenzuständen, wodurch der Vortrag etwa zwei Stunden länger dauerte als geplant.

Am nächsten Tag hofften einige, dass der Vortrag bei der Klausur hilfreich sein würde. Diese Hoffnung wurde jedoch schnell zerstört, als die Notizen des Professors mit den Worten „Das hilft euch sowieso nicht“ nicht von der Tafel entfernt wurden. In der zweiten Theorieklausur ging es dann um das genaue Gegenteil der Quantenphysik: eine Reise durchs Weltall. Themen waren unter anderem die maximale Geschwindigkeit einer Rakete, Thermoisolationsverfahren und die Bewegung der Saturnmonde.

Passend dazu besuchten wir am Nachmittag die Luft- und Raumfahrtausstellung des Deutschen Museums. Dort konnten wir viele praktische Anwendungen der in der Klausur behandelten Themen sehen. Zum Abschluss wurde uns ein Flugsimulator gezeigt – im Gegensatz zur dritten Runde durften wir ihn diesmal allerdings nicht selbst ausprobieren.

Dann stand schließlich die letzte Klausur an. Sie war erneut experimentell, diesmal aber deutlich bodenständiger. Nach Femtosekundenlasern, Kurzschluss-Musik und Weltraumreisen wirkte die Messung von Spannungen und Strömen mit verschiedenen Bauelementen fast entspannend.

Vladislav bei der Messwertaufnahme © IPhO – IPN

Auch das Nachmittagsprogramm passte perfekt dazu. Auf dem Plan stand eine „ZEIT-Reise“ ins Zentrale Elektro- und Informationstechnik-Labor. Dort konnten wir die technische Seite der Physik kennenlernen, etwa die Herstellung von Mikrochips oder programmierbare Cyborg-Heuschrecken.

Vor dem Eingang ins Labor musste man sich umziehen, damit keine Staubpartikeln die Versuche stören

Spätestens am letzten Tag erlebte jeder Teilnehmende die Relativität der Zeit: Die Stunden vor der Siegerehrung fühlten sich im Vergleich zur gesamten Woche wie eine Ewigkeit an. Während eines Professorenvortrags über Quantenphysik im Alltag stieg die Spannung immer weiter, bis schließlich die Platzierungen verkündet wurden.

Mit einem 14. und einem 7. Platz schafften es unsere Schüler zwar nicht ins Nationalteam, erreichten aber dennoch solide1 Ergebnisse.

Gruppenbild der Finalteilnehmer. © IPhO – IPN
Neben unseren beiden aktuellen Finalisten Leo und Vladislav (beide erste Reihe, v.r und 4. v.r), sind mit Luise (ganz rechts) und Maurice (hintere Reihe rechts) auch zwei ehemalige IPHO-Teilnehmer unsere Schule mit dabei!

Der Fachbereich Physik gratuliert ganz herzlich zu diesen tollen Ergebnissen! Weiter so!

Text: Vladislav Maiorov
Fotos: Vladislav Maiorov und IPhO-IPN

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1 Das Adjektiv „solide“ ist die Wahl des bescheidenen und ehrgeizigen Autors dieses Textes. Der Fachbereich Physik findet „herausragend“ oder „beeindruckend“ wäre angebracht!