Wie auch im vergangenen Jahr machten die hohen Temperaturen deutlich, dass nicht nur der Sommer endlich Einzug gehalten hat, sondern auch der Abiturjahrgang 2026 die Schule verlassen wird. Für den Sonnabend, 20. Juni 2026, wurde die Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena traditionell der Ort der feierlichen Abiturzeugnisausgabe für die 53 Absolvent*innen, ihre Angehörigen und das Kollegium.


Die Rede des Schulleiters, Herrn Rodeck, stellte wie im letzten Jahr eine Anekdote an den Beginn seiner Gedanken. Aus einem Text von Heinrich Böll („Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“) stellte er verschiedene Ideen zum weiteren Leben und Vorstellungen von beruflichem Erfolg vor. Das Abitur sei damit mehr als ein Durchschnitt, ein Zeugnis oder ein Abschluss – vielmehr berichtet es von Erfolg und Rückschlägen, von einer Schulzeit, an der man auch gewachsen ist. Für ihn ist das Durchhalten die eigentliche Leistung. Er machte in nachdenklichen Worten deutlich, dass man immer wieder hinterfragen sollte, wofür sich die eigenen Anstrengungen lohnen, kosten sie doch Zeit und Arbeit, um erhoffte Freiheit zu bringen. Zugleich sind der Wert des Jetzt und der Wert der Zukunft immer wieder zu hinterfragen und zu prüfen, ob man das Stadium des „genug“ erreicht hat, ist das Wort genug doch die eigentliche Grenze zur Maßlosigkeit.



Schließlich sprach er den Absolventen eine Einladung aus, eigene Ziele und Wünsche für die Zukunft zu prüfen. Er machte deutlich, dass es wohl immer Fragen gibt, die Zeit brauchen, weil schnelle Antworten nicht immer gute Antworten sind. Er wünschte den Jugendlichen, dass sie Vertrauen, Geduld, Offenheit, Humor, Ernsthaftigkeit und in Gemeinschaft leben können, in der sie denken, fragen, lachen, zweifeln, wachsen und widersprechen können. Da sich Begabungen nicht von selbst und allein entfalten, dankte er nachdrücklich auch den Lehrkräften, den Eltern, den Sekretärinnen, dem Hausmeister, den Erziehern im Internat und wünschte den nunmehrigen Absolventen, den Spezis, dass sie Zeit, Nähe, Maß und Freiheit finden. Ebenso wünschte er, dass sie mit großer Verbundenheit später an ihre Schulzeit denken.



Von den anwesenden Jugendlichen erhielten Luca Richter und Carolin Meister die Aufnahmevorschläge für die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Den Traumdurchschnitt von 1,0 erhielten in diesem Jahr vier Jugendliche. Im Anschluss übergaben die Lehrkräfte der MINT-Fächer noch fachspezifische Auszeichnungen.




Biologie: Frau Weiß berichtete von einer nachhaltigen Idee ihres Biologie-6h-Kurses, der die bisher vergebenen Schnittblumen in diesem Jahr durch eigens gezogene Pflanzensetzlinge ersetzte. Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) zeichnete dieses Engagement mit einer Urkunde aus. Den Carl-von-Frisch-Preis erhielt Anna Müller für die gezeigten Leistungen und Wettbewerbsteilnahmen im Fach Biologie.




Chemie: Frau Drefahl zeichnete im Namen der GDCh Leopold Hammer aus, der einen Buchpreis und eine einjährige Mitgliedschaft erhielt. Sie würdigte in ihrer Laudatio Leopold mit sehr wertschätzenden Worten aus der Schulgemeinschaft; Leopold wurde dort beschrieben als: zielstrebig, ehrgeizig, bescheiden, selbstkritisch, talentiert, jemand, der sich gefunden hat und mit großer Expertise.


Informatik: Herr Koch würdigte nicht nur die Lernenden mit einem Abiturschnitt von 14,3 Notenpunkten, sondern stellte heraus, dass sich Julia Tittelbach, Adrian Bernsdorf und Quinn L. Bruska an mehreren Mannschaftswettbewerben, Jugend forscht und auch dem BWInf beteiligt haben, wo sogar die Endrunde erreicht wurde. Ausgezeichnet wurden die Schüler/innen mit dem Abiturpreis der Gesellschaft für Informatik e.V.


Mathematik: Herr Mehlhos würdigte mit dem Abiturpreis Mathematik Carolin Meister, Julia Tittelbach und Fredrik Adlich für ihre Leidenschaft im Unterricht und die erfolgreiche Teilnahme an Mannschaftswettbewerben.


Physik: Herr Dr. Völker zeichnete Karla Lötzsch, Marie Oberthür, Tamino Hopf und Leo Dobel aus, die sich durch die gezeigten Leistungen im Fach Physik die Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erarbeitet haben. Die Genannten beteiligten sich mehrfach erfolgreich am Landeswettbewerb der Thüringer Physikolympiade und erreichten die 4. Runde der IPhO. Marie Oberthür absolvierte ab Klasse 9 ein Juniorstudium an der Universität Jena und erreichte dort schon insgesamt zehn Scheine.


Den Jahrespreis des Fördervereins „Spezialschule Carl Zeiss Jena“ e.V., der maßgeblich durch die Carl Zeiss AG in Form eines Sachpreises getragen und vom Vorjahrespreisträger Florian Fieker überreicht wird, erhielt Leopold Hammer. Der Förderverein [hier der stellv. Vorsitzende Kevin Cebulski] machte sich die Auswahl nicht leicht, gingen doch mehrere Vorschläge dort ein. Leopold Hammer führte den Gedanken der Spezialschule intensiv weiter, weil ihm neben dem Kennen der Fachliteratur, fachliche Exzellenz und sehr gute Leistungen bedeutsam sind. Ebenso engagierte er sich als Tutor für Mitschüler*innen verschiedener Jahrgänge und sei ein außergewöhnlicher Mensch. Den ebenso vergebenen Abitur-Sonderpreis des Fördervereins erhielt Marie Oberthür für ihr hohes Engagement für das Juniorstudium Physik.


Die Rede der Abiturient*innen [gehalten von Julia Tittelbach und Karla Lötzsch] dankte in einem emotionalen Rückblick nochmals den Wegbegleitern und zeichnete mit eigenen Lehrerzeugnissen sowie individuellen Geschenken die Lehrkräfte aus dem Abiturjahrgang aus.



Die würdige Feierstunde wurde vom Chor um Annett Fischer gestaltetet, dem mit den Solisten Ida Schleenvoigt, Carolin Meister und Antonia Voigt angehörten.




Der Abiturball des Abschlussjahrgangs 2026 wurde ab 18 Uhr in der Sparkassen-Arena mit einem kreativen Programm begangen. Auch hier folgte noch einmal ein Rückblick auf die Schulzeit am Carl-Zeiss-Gymnasium mit tollen musikalischen oder literarischen Auftritten.





Anschließend wurde das Ende der Schulzeit gebührend gefeiert. In festlicher Atmosphäre wurde getanzt, gelacht und auf die gemeinsam verbrachten Jahre angestoßen, bevor sich die Wege des Jahrgangs in alle Richtungen öffnen.




Liebe Abiturient*innen mit großer Hingabe und viel Liebe zum Detail habt ihr eure Zeugnisübergabe und den Abiturball zu einem besonderen Abschluss eurer Schulzeit gemacht. Dafür möchten wir euch herzlich danken. Für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt wünschen wir euch Zuversicht, Erfolg und Menschen, die euch auf eurem Weg begleiten und unterstützen.

📸 Julius Stammler
📝 Tom Fleischhauer & Franziska Handloike